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31.07.2018 06:00 Alter: 21 Tag(e)
Kategorie: Presse
Von: Silke Rönnau

Der Zusammenhalt ist mir wichtig

Die neue Dobersdorfer Bürgermeisterin Britta Mäver-Block setzt auf Transparenz und Bürgerbeteiligung


Die Picknick-Sitzecke mit Blick auf Neuenteich und Biotop in der Nähe ihres Hauses ist der Lieblingsplatz von Britta Mäver-Block. Die Bürgemeisterin liebt die "herrliche Aussicht".

Kieler Nachrichten - Ostholsteiner Zeitung vom 31.07.2018

DOBERSDORF. Die 18-jährige Ära von Gabriele Kalinka (CDU) als Bürgenneisterin in Dobersdorf endete mit der Wahl von Britta Mäver-Block (Bürgergemeinschaft Dobersdorf) zur Nachfolgerin. Die 51-Jährige wuchs in Tökendorf und Lilienthal auf, wohnte zehn Jahre in Kiel und lebt heute mit ihrem Mann und den zwei Kindern auf der Hofstelle Rehburg. Nach dem Abitur machte sie eine Ausbildung zur Vermessungstechnikerin beim Landesamt für Vennessung und Geoinfonnation, wo sie bis heute arbeitet.

Sind Sie bei der Kommunalwahl schon mit dem Ziel angetreten, Bürgermeisterin zu werden?
Britta Mäver-Block: Nein, das kam komplett überraschend. Wir hatten vorher drei Sitze und gehofft, wir könnten uns auf vier steigern - und dann waren es plötzlich fünf und damit die Mehrheit. Wir haben zusammengesessen und überlegt, wer kann und will das Amt übernehmen. Ich habe dann gesagt: Ich mach' das.

Sie haben sich immer schon ehrenamtlich engagiert.
Ja, ich war schon in der Jugendrotkreuzgruppe. Als meine Tochter im Kindergarten war, wurde ein Elternstammtisch gegründet. Wir haben den Dobersdorfer Ball ins Leben gerufen, um aus den Einnahmen Projekte der beiden Kindergärten zu unterstützen. Wir Eltern haben auch den Ferienspaß, den Flohmarkt und den Chor initiiert. Als das Freibad in Lilienthal nicht mehr von der Gemeinde betreiben werden konnte, haben wir einen Förderverein zum Erhalt gegründet. Nach der Zusammenlegung der beiden Kindergärten haben wir uns mit einigen Bürgern zur Vereinigung Dorf aktiv zusammengeschlossen, um die Alte Schule in Lilienthal weiter mit Leben zu füllen.

Wie sind Sie zur Politik gekommen?
Vor rund zehn Jahren bin ich in die Bürgergemeinschaft Dobersdorf eingetreten und wurde als bürgerliches Mitglied in den Sozial- und Kulturausschuss berufen. Aber ich nenne das nicht Politik - vielmehr möchte ich etwas mit den Bürgern zusammen gestalten.

Was ist Ihnen besonders wichtig?
Transparenz, Bürgerbeteiligung und Bürgervernetzung sowie ein offenes Ohr für Anregungen, Sorgen und Wünsche. Wir haben uns vorgenommen, regelmäßig Wurfsendungen mit den Informationen, was in der Gemeindevertretung passiert, in die Briefkästen zu werfen, um die Bürger auf dem Laufenden zu halten. Und schon jetzt haben wir Whatsapp-Gruppen wie zum Beispiel "Dobersdorfer Blaulicht", die wir nach einer Einbruchserie eingerichtet haben, um uns gegenseitig zu informieren, oder "Verloren/Gefunden" .

Was kommt an Aufgaben auf Sie zu?
Den Haushalt konsolidieren. Die Kassen sind leer - leider. Wir müssen gucken, dass wir sparsam wirtschaften. Das nächste große Projekt ist das Verlegen einer Erdgasleitung in Lilienthal. Ganz klar zählt auch Breitband zu den Themen, mobilfunkmäßig ist es hier komplett tot. Selbstverständlich werden wir Projekte, die von der vorherigen Gemeindevertretung angeschoben wurden, wie zum Beispiel der Glockenturm, zu Ende führen.

Warum sind Sie von Kiel wieder nach Dobersdorf gezogen?
Ich bin ein heimatverbundener Mensch. Außerdem kam das Glück dazu, dass wir auf dem familieneigenen Grundstück bauen konnten. Toll ist die Nähe zu Kiel - und trotzdem hat man das ländliche Leben. Wir haben die Badestelle in Tökendorf und das Freibad in Lilienthal. Und die Gemeinschaft und der Zusammenhalt unter den Dobersdorfern sind mir total wichtig.

Interview: Silke Rönnau


 
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