< Von Schloß Holte Stukenbrock
14.11.2017 15:30 Alter: 8 Tag(e)
Kategorie: Presse
Von: Anne Gothsch

Neue Glocke in Dobersdorf mit Umtrunk begrüßt

Überführung aus Westfalen gut überstanden - Schon 6700 Euro an Spenden zusammen - Jetzt fehlt nur noch der Holzturm


Die Dobersdorfer Abordnung unter der Leitung der Bürgermeisterin Gabriele Kalinka (v. Ii.) mit Hanne Schlapkohl, Rolf Stoltenberg, Thomas Strelau (hinten), Jürgen Busch und Anni Mattsson hatten die Glocke in Schloß Holte-Stukenbrock abgeholt. Sie alle sind schon gespannt, wie sie klingen wird. FOTO: ANNE GOTHSCH

Kieler Nachrichten - Ostholsteiner Zeitung vom 13.11.2017

DOBERSDORF. Wohlbehalten und pünktlich zum geplanten Glockenumtrunk hatte eine sechsköpfige Abordnung der Gemeinde Dobersdorf unter der Leitung von Bürgermeisterin Gabriele Kalinka die 56 Jahre alte Glocke am Sonnabend aus Nordrhein-Westfalen nach Tökendorf gebracht. Und damit das Empfangskomitee in der voll besetzten Karl-Jaques-Halle auch hören konnte, wie die Glocke an ihrem ehemaligen Standort in der Friedenskirche der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock nahe Bielefeld geklungen hat, präsentierte Rolf Stoltenberg eine Tonaufnahme des Geläuts per Computer, Stoltenberg, der sich im Kirchenrat der für Dobersdorf und Tökendorf zuständigen Kirchengemeinde Schönkirchen engagiert und auch Finanzausschuss-Vorsitzender in der Gemeinde ist, gilt als Initiator des Projektes. Schon länger bestand der Wunsch nach einer Glocke in Tökendorf, die bei Freiluftgottesdiensten, Hochzeitsjubiläen oder Taufen läuten könnte. "Eigentlich hatten wir dabei eher an ein Glöckchen gedacht. Doch dann bin ich auf die Glocken-Börse im Internet gestoßen. Dort werden Glocken von entweihten Kirchen zum Kauf angeboten", berichtete Stoltenberg. Nach der positiven Resonanz aus Gemeinde und Kirchenrat wurde das Projekt in Angriff genommen.

Die Bürgermeisterin zeigte sich begeistert davon, dass so viele Einwohner der Einladung zum Glockenumtrunk gefolgt waren und betonte, dass sämtliche Kosten aus Spenden finanziert werden. "Innerhalb von drei Wochen haben wir bereits 6700 Euro zusammenbekommen. Dafür bedanke ich mich bei allen Spendern ganz herzlich. Wir benötigen aber noch etwas mehr, denn die Glocke hat rund 4200 Euro gekostet, doch jetzt müssen noch eine Glockenturm aus Holz und eine fachgerechte Aufhängung gebaut werden", erläuterte Gabriele Kalinka. Glücklicherweise könne die Gemeinde auch bei diesem Vorhaben auf tatkräftige ehrenamtliche Hilfe zählen. So habe etwa der Bauausschuss-Vorsitzende Günter Wiegert bereits erklärt, mit Zimmerleuten aus dem Verwandten- und Freundeskreis den Glockenturm nach den Vorgaben des Architekten sowie des Statikers ehrenamtlich zu bauen. Und Dieter von Borstel, ebenfalls in der Gemeindevertretung aktiv, wird als ehemaliger Maurer-Polier den Betonsockel gießen.

Anja Larkamp und Jörg Lüth, die in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen, sind gespannt, wie sich das Glockengeläut im nächsten Jahr anhören wird. "Wir sind da ganz offen und tiefenentspannt" , sagt Jörg Lüth schmunzelnd. Und Anja Larkamp ergänzt: "Hauptsache, es geht am Wochenende nicht
allzu früh los."

Eine nette Geschichte hat eine andere Tökendorferin auf Lager, die ihren Namen allerdings nicht in der Zeitung lesen möchte: "Als wir vor 33 Jahren nach Tökendorf gekommen sind, sagte mein Mann, wenn wir mal im Lotto gewännen, würde er eine Kirche stiften. Auf den Lottogewinn warten wir zwar immer noch, aber zumindest ist jetzt eine Kirchenglocke da." ago


 
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