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11.05.2017 14:02 Alter: 14 Tag(e)
Kategorie: Presse
Von: Silke Rönnau

Frühjahrsputz im Freibad

"Wasser-Lilien" machen Becken, Gelände und Technik fit für die neue Badesaison der Vereinsmitglieder


Arbeitseinsatz vor Saisonbeginn: Bernd Doneit schrubbt den Beckenrand mit einem Besen. Fotos: Silke Rönnau

Auch Iris Schidlowski befreit die Anlagen von Unkraut.

Vorsitzender Nico Lohmann kontrolliert die Technik.

Eine Gruppe von Mitgliedern des Vereins brachte das Freibad Lilienthal für die neue Saison auf Vordermann.

Kieler Nachrichten - Ostholsteiner Zeitung vom 09.05.2017

LILIENTHAL. Die Freibad-Saison ist eröffnet - auch in Lilienthal (Gemeinde Dobersdorf). Von morgens um 6 bis abends um 22 Uhr kann man wieder seine Runden in dem Schwimmbecken drehen, das übrigens auch  als Feuerlöschteich dient. Im Frühjahr ist aber Mut gefragt: Das Wasser wird nicht aufgeheizt.

Vor dem offiziellen Start mussten aber erst einmal die Ärmel hochgekrempelt und kräftig angepackt werden. Mitglieder des Träger- und Fördervereins Wasser-Lilien trafen sich zu den Vorbereitungsarbeiten. Das zwölf mal 25 Meter große Becken wurde gereinigt, Unkraut gejätet, Wege hergerichtet sowie die Technik überprüft und erneuert.

1977 war das Freibad eröffnet worden. "Das haben die Männer aus dem Ort in Eigenleistung gebaut, während die Frauen Brötchen geschmiert und Tee gebracht haben ", erzählt Kassenwartin Maren Sönksen. Die Anlage wurde lange Zeit in Eigenregie betrieben. "Es gab immer jemanden aus dem Ort, der den Bademeister machte." Auch Dörte Mäver erinnert sich an die Anfangsjahre: "Wir haben uns jeden Nachmittag getroffen, alle jungen Mütter mit ihren Kindern, und selbstgebackenen Kuchen mitgebracht. Das war immer ein schöner Treffpunkt", sagt sie und blickt über die Liegewiese.

Doch 2003 sorgte eine neue Gesundheitsverordnung für die Schließung. "Wir hatten vorher gelegentlich per Hand gechlort, das reichte natürlich nicht mehr aus, um ein öffentliches Bad zu betreiben ", so Sönksen. Die Gemeinde als Betreiber habe Kostenvoranschläge eingeholt, um herauszufinden, was eine Sanierung des 90 bis 180 Zentimeter tiefen Beckens kosten würde. Es habe auch die Überlegung gegeben, einen Schwimmteich daraus zu machen. "Aber die Kosten waren immens." So mehrten sich die Stimmen, das Freibad dichtzumachen und es nur noch als Feuerlöschteich zu nutzen. Die Bürger wollten das nicht hinnehmen und gründeten 2005 den Verein . "Wir haben geguckt, was können wir retten, was brauchen wir - und lange Zeit sah es düster aus. "

Doch dann stellte sich raus, dass es Bestandsschatz für das Freibad gab. Die alten Rohre durften bleiben, auch die fehlende Stehkante am Beckenrand wurde nicht moniert. "Wir hätten eine Sanierung der Durchströmungsanlage gar nicht bezahlen können. da hätten wir alles aufreißen müssen", sagt Maren Sönksen. 2006 wurde das Freibad neu eröffnet. Der Verein musste allerdings eine automatische Bechlorungsanlage als Auflage des Gesundheitsamtes einrichten. Die sorgt nun für einen geregelten ph-Wert, "Einmal im Monat nimmt das Gesundheitsamt eine Wasserprobe, und es gab noch nie eine Beanstandung."

Einen Schwimmmeister gibt es allerdings nicht mehr. Die Satzung legt fest, dass Kinder und Jugendliche nur unter Aufsicht von Erwachsenen ins Wasser dürfen. Jedes Mitglied erhält einen Schlüssel. Inzwischen zählt der Verein 159 zahlende Mitglieder. Im Becken wird es allerdings nie eng: "Es kommt oft vor, dass ich allein meine Runden schwimme" , berichtet Maren Sönksen. Im Durchschnitt hat das Wasser eine Temperatur von 20 Grad, im Sommer können es auch schon mal 26 Grad werden.

Im Frühjahr wird das Wasser zur Reinigung abgelassen. "Es dauert drei Tage, bis es  abgelaufen ist" , erklärt Maren Sönksen. Das Auffüllen aus dem gemeindeeigenen Wasserwerk dauert noch länger: "Wenn wir zu viel Wasser reinlassen, verringert sich der Druck im Ort", sagte sie. Die Wasser- und Stromkosten zahlt die Gemeinde, außerdem muss der Verein für das Grundstück keine Miete zahlen. Dafür kümmert er sich um die Technik und die Arbeitsstunden sowie die Laborkosten. "Mit dem Freibad sprechen wir besonders junge Familien an", betont Vorsitzender Nico Lohmann. Inzwischen werde angesichts der drohenden Schließung der Schwimmhalle in Laboe auch vermehrt nach Schwimmunterricht gefragt. "Aber das ist schwierig, weil das Wasser ja nicht beheizt ist. " 


 
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