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20.04.2017 08:33 Alter: 184 Tag(e)
Kategorie: Presse
Von: Silke Rönnau

Neue Ideen für die Alte Schule

Initiative "Dorf aktiv" schiebt in Lilienthal eine Reihe von Angeboten an


Dörte Bamberger (von links), Britta Mäver-Block, Birgit Wulf, Andrea Junk-Schnoor und Christian Schnoor engagieren sich zusammen mit anderen in der Initiative "Dorf aktiv", um die Alte Schule lilienthal mit Leben zu füllen

Kieler Nachrichten - Ostholsteiner Zeitung vom 20.04.2017

LILIENTHAL. Der Kindergarten in der Alten Schule in Lilienthal (Gemeinde Dobersdorf) wurde 2013 geschlossen. Doch in dem roten Backsteinhaus, das um 1880 gebaut wurde, herrscht immer noch Leben. Dazu trägt auch die Initiative "Dorf aktiv" bei, in der sich zehn Bürger engagieren.

"Kindergarten, Jugendarbeit, Altenarbeit, Spielmannszug" prangt noch auf dem Schild an der Hauswand unter dem Schriftzug. "Das gibt es ja alles nicht mehr", sagt Christian Schnoor. Die ehemalige Schule wurde im Sommer 1910 geschlossen. Danach gründete sich relativ schnell eine Spielstube. Der Kindergarten wurde vor vier Jahren mit der Einrichtung in Tökendorf zusammengelegt, in der eine neue Krippengruppe eingerichtet wurde. An zwei Standorten hätte man mehr Personal benötigt.

"Es ist hier so still geworden, kein Kindergeschrei mehr", bedauert Schnoor. Deshalb sei die Idee entstanden, dass man die Räume mit Leben füllen wolle, erzählt Dörte Bamberger. "Wir haben hier früher schon den Kinderferienspaß gemacht." Jetzt wollten sie auch etwas für die Erwachsenen anbieten und die Dorfbewohner zusammenführen.

Die beiden größeren Räume - der ehemalige Klassenraum und die Lehrerwohnung - seien schon immer für Versammlungen genutzt worden. Seit Jahren träfen sich hier auch der Chor und die Yoga-Gruppe. Die Initiative "Dorf aktiv" startete mit einem Osterfrühstück. Dazu kamen zwei Sprachkurse für Dänisch und Spanisch, Kochkurse und das Grünkohlessen für alle Generationen. "Dafür gibt es schon Anmeldungen für das nächste Jahr", wirft Britta Mäver­Block ein.

Und sie hatten Ehemalige zum Schultreffen bei Kaffee und Kuchen eingeladen. "Das war großartig", schwärmt Christian Schnoor. Man habe alte Fotos gezeigt, Geschichten aufgeschrieben und einen Fotokalender erstellt. Die älteste Teilnehmerin war 93 Jahre alt. "Ich glaube, der erste Schulstreik fand bei uns statt", erzählt Andrea Junk-Schnoor.

In den 50erJahren sollte ein neuer Lehrer kommen - und die Schüler hatten gehört, dass er gerne mit dem Stock zuschlägt. Also hielten einige Schüler draußen ein Plakat hoch. Auf der Vorderseite stand "Wir streiken", auf der Rückseite "Ihr Feiglinge", gerichtet an die Mitschüler, die drinnen beim Unterricht saßen. "Die Beteiligten haben natürlich gleich schlechte Noten bekommen", berichtet sie.

"Uns geht es darum, für alle Generationen etwas in Gang zu setzen", betont Dörte Bamberger. Die Kinder freuen sich über das Bemalen von Ostereiern, angeboten werden außerdem ein Apfelfest im Herbst, der dreitägige Weihnachtsmarkt als Ersatz für den großen Markt auf Gut Dobersdorf, Wikinger-Schach und der rockige Abend, der im März stattfand. "Die Stimmung war echt genial! ", erzählt Andrea Junk-Schnoor. Das erste Mal sei er als Session für die Musiker organisiert worden, "das war super besucht". Als das erste Mal eine Band auftrat, seien nicht so viele Besucher gekommen, doch in diesem Jahr strömten rund 100 Zuschauer in die Halle.

Christian Schnoor betont, dass die Gruppe, zu der noch Birgit Wulf, Andreas Grunicke, Dörte und Rolf Mäver, Julia Seifert und Martina Andresen gehören, sich über Anregungen oder weitere Mitstreiter freuen würde. Als Projekt sei noch ein Backhaus geplant, in dem einmal im Monat bei einem gemütlichen Klönschnack das Brot in den Ofen geschoben wird. Außerdem habe man Reet besorgt,
um den kleinen Pilz im Garten, der früher als Buswartehäuschen diente und heute gerne mal von Radfahrern als Raststation genutzt wird, neu einzudecken. Der Flur soll renoviert und die Außenanlagen gepflegt werden. "Als Zugezogene habe ich das Gefühl, dass das Dorf mehr zusammenkommt", freut sich Andrea Junk-Schnoor.

Treffpunkt ist jeden ersten Mittwoch im Monat ab 19.30 Uhr, Gäste sind jederzeit willkommen.


 
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